Hunger und landwirtschaftliche Produktion


Der Versuch der Teilnehmer des Welternährungsgipfels 1996, die Zahl der weltweit Hungernden bis zum Jahre 2015 zu halbieren, ist wie zu erwarten gescheitert. Die Zwischenbilanz von 10 Jahren „Hungerbekämpfung“: Die Zahl der Hungernden stieg von damals 840 auf heute 852 Millionen. Wirkliche und umfassende Erfolge gab es nur in der VR China. Und dies, obwohl das Phänomen Hunger zu 80% ein Problem ländlicher Bevölkerung ist und 59,47 % der Einwohner in ländlichen Gebieten wohnen.
Die Steigerung bei der Produktion wichtiger Agrargüter wie Getreide stieg bis zum Jahr 2000 so weit an, dass sich die VR China unter der Leitung der KPCh am historischen Übergang von langfristiger Knappheit zum Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage bis hin zur Produktion von Überschüssen befindet.
Inzwischen sind die Produktionsraten von Getreide, Gemüse und Obst am fallen, und es wird zunehmend auf die Qualitätssteigerung und auf die Artenvielfalt geachtet, bei der es 2004 zu Steigerungen kam. Weiterhin wird die Produktion von Fleisch und Fisch voran getrieben, wobei rasante Zugewinne, insbesonders im Bereich der Milchproduktion zu verzeichnen sind.
Aber auch die fast zeitgleich mit dem Welternährungsgipfel – genauer 1997- durch das ständige Komitee des nationalen Volkskongresses beschlossene Gesetz zur Regelung von Selbstverwaltung trug dazu bei, die Entwicklung der ländlichen Gebiete zu konsolidieren und die Bedürfnisse der Landbevölkerung zur Geltung zu bringen. Aber nicht nur an der Basis, auch an der Spitze der KPCh konnten merkliche Erfolge erzielt werden, so dass der damalige Generalsekretär des ZK, Jang Zemin, 1998 durch die Nahrungs und Agrikultur Organisation der Vereinten Nationen (UNFAO) die Agricola-Medaille für den Stellenwert der Agrikultur und die Errungenschaften um die Pflanzen-, Tier-, und Fischprodukten in der VR China, verliehen bekam.
Zumindest 23% der Weltbevölkerung sind also auch in Zukunft vor Hunger abgesichert.

(cmb)

    Zur Vertiefung:

    • Paasch, Armin (2006): Hunger global. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 10
    • Kopf, Eike Robert (2001): China und das 21. Jahrhundert. In: Topos 18
    • China Facts and Figures 2004 (2004): Beijing : New Star Publishers