so man die verhältnisse nicht nur anschauen möchte... http://annaeherungen.blogsport.de Sun, 14 Oct 2007 22:23:24 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Tian‘anmen Platz 1989 – Eine kurze Zusammenfassung http://annaeherungen.blogsport.de/2007/10/15/tiananmen-platz-1989-eine-kurze-zusammenfassung/ http://annaeherungen.blogsport.de/2007/10/15/tiananmen-platz-1989-eine-kurze-zusammenfassung/#comments Sun, 14 Oct 2007 22:13:33 +0000 Administrator Geschichte http://annaeherungen.blogsport.de/2007/10/15/tiananmen-platz-1989-eine-kurze-zusammenfassung/ Zhao Ziyang auf dem Tien\'anmen Platz, Beijing.Zehn Jahre nach dem Tode Mao Tsetungs 1986, mitten in der Reformära, führten Studentenproteste zum Rücktritt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Hu Yaobangs, der dieses Amt seit 1982 begleitet hatte. In den Augen Deng Xiaopings hatte er zu nachsichtig auf die Forderungen der Studenten reagiert und war mit den Protesten zu behutsam umgegangen. Zwar war sein Nachfolger Zhao Ziyang auch ein „Reformer“, er pflegte jedoch einen behutsameren Politikstil als sein Vorgänger. Die Spannungen zwischen politischen und wirtschaftlichen Reformen entluden sich in den Trauerkundgebungen nach Hus Tod am 15 April 1989. Rasch entwickelten sich Protestkundgebungen. Der Tote Hu wurde von der Bewegung posthum zu einem Symbol der politischen Liberalisierung erklärt. Bei den Protesten war der Fokus auf Reformdefizite an den Universitäten gerichtet. Nach außen hin richtete sich der Fokus jedoch mehr und mehr auf politische Forderungen – nicht zuletzt aufgrund der erwarteten Außenwirkung auf die internationalen Medien. Der unbestimmte Ruf nach „Demokratie“ und „Menschenrechten“ wurde laut. Obwohl es im ganzen Land zu Protesten kam, konzentrierte sich nicht nur die Weltöffentlichkeit auf Beijing, wo es in Folge zu Demonstrationen kam. Der Beginn von Hungerstreiks am 13. April und schließlich der Besetzung des Tian‘anmen Platzes am 20. April umit offene Unruhen am 20. Mai bildeten den Höhepunkt der Ereignisse. Zhao Ziyang suchte das Gespräch mit den Wortführern, traf aber mit dieser Einstellung auf Widerstand innerhalb des Politbüros. Teile der Parteispitze sahen in den protestierenden Studenten eine „konterrevolutionäre Bewegung“, was am 26. April durch einen Artikel in der People’s Daily als quasi offizielle Einschätzung bekannt gegeben wurde. Sie suchten die offene Konfrontation mit den Studenten, um ein Exempel zu statuieren. Nachdem auch der Vater der chinesischen Reformpolitik Deng Xiaoping überzeugt wurde, setzten sich diese „konservativen“ Kräfte schließlich gegen Zhao Ziyang durch, der einen militärischen Einsatz ablehnte. Der Ausnahmezustand wurde verhängt und Truppen nach Beijing beordert. In der Nacht des 4. Juni wurde der Tian‘anmen Platz geräumt. Zhao Ziyang verlor daraufhin seinen Posten als Generalsekretär, während sich die Aktionen der Volksbefreiungsarmee in Beijing noch bis zum 9. Juni hinzogen.

(cmb)

    Zur Vertiefung:

    • Böke, Henning (2007): Maoismus. China und die Linke – Bilanz und Perspektive. Schmetterling Verlag.
    • Hartman, Jürgen (2006): Politik in China. Eine Einführung. VS Verlag für Sozialwissenschaften.
    • Heilmann, Sebastian (2004): Das politische System der Volksrepublik China. VS Verlag für Sozialwissenschaften.
    • Schmidt-Glintzer, Helwig (2006): Das neue China. Von den Opiumkriegen bis heute. C. H. Beck
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Kommunismus 2.0 http://annaeherungen.blogsport.de/2007/08/01/kommunismus-20/ http://annaeherungen.blogsport.de/2007/08/01/kommunismus-20/#comments Wed, 01 Aug 2007 21:29:34 +0000 Administrator Zitate http://annaeherungen.blogsport.de/2007/08/01/kommunismus-20/

Chinese executives joke that if you want to learn about communism, work for a Japanese firm.


The Economist vom 18. Juli im Bezug auf die Managementphilosophie japanischer Firmen deren Vergütung auf dem Senioritätsprinzip beruht und nicht nach dem wirtschaftlichen Erfolg bemessen wird.

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Excerpt: China and the Dynamics of Transnational Accumulation http://annaeherungen.blogsport.de/2007/07/12/excerpt-china-and-the-dynamics-of-transnational-accumulation/ http://annaeherungen.blogsport.de/2007/07/12/excerpt-china-and-the-dynamics-of-transnational-accumulation/#comments Thu, 12 Jul 2007 15:50:57 +0000 Administrator Ökonomie Dokumentation http://annaeherungen.blogsport.de/2007/07/12/excerpt-china-and-the-dynamics-of-transnational-accumulation/ Historical Materialism Nr 3 2006In der Ausgabe Nr. 3 / 2006 des, aus einem Projekt der London School of Economics hervorgegangenen, Magazins Historical Materialism erschien ein Aufsatz der beiden Autoren von China and Socialism Martin Hart-Landsberg und Paul Burkett über die VR China und die Danymik der transnationalen Akkumulation. Pablo Graubner stellte mir freundlicherweise seine übersichtliche Zusammenfassung des Textes zur Verfügung, die in deutscher Sprache einen Überblick über die dargestellten Thesen liefert:


Martin Hart-Landsberg und Paul Burkett gehen in ihrem Artikel „China and the Dynamics of Transnational Accumulation: Causes and Consequences of Global Restructuring“ kritisch auf die gegenwärtige Bewertung Chinas ein. Die gängige Meinung von „Mainstream“-Analysten1 schätzen das rasante, exportbasierende ökonomische Wachstum trotz warnender Stimmen als Chance für eine breite Restrukturierung anderer Wirtschaftsräume ein2. Dagegen stellen die Autoren die These, dass die breiten transnationalen kapitalistischen Dynamiken, die die ökonomische Aktivitäten Chinas prägen, internationale Instabilitäten erhöhen und sich letztlich gegen die Interessen der Arbeiter aller Länder richten3. Ihr Ziel ist es, diesen Prozess zu entmystifizieren und damit eine Handlungsorientierung zu geben:

We need to translate this undestanding into a programme of action that can assist the birth of national, religional, and global movements for change that can enable working people to reclaim control over their lives10.

China, dessen Brutto-Inlands-Produkt (BIP) sich seit 1978 durchschnittlich um 9,5% erhöht4, ist durch das wachsende Verhältnis von Exporten am BIP (1990: 16%, 2003: 36%) immer mehr von Export-Aktivitäten Transnationaler Konzerne (TNK) abhängig5. Der weltgrößte Empfänger von Auslandsdirektinvestitionen verdrängt dabei andere ostasiatische Staaten von Märkten für Warenexport in EU und den USA6. Diese ostasiatischen Staaten haben darauf mit einer Spezialisierung ihrer High-Tech-Produkte reagiert und finden ihren Exportmarkt wiederum vermehrt in China7. Das äußere sich unter anderem in einem Außenhandelsdefizit Chinas gegenüber diesen ostasiatischen Staaten8.
Ein anderer Aspekt dieser Entwicklung ist aus Sicht der Autoren eine wachsende Handels- und Produktionsabhängigkeit als Teil dieser transnationalen Umstrukturierungsdynamiken9. Diese werde vor allem bei der Produktionsabhängigkeit Chinas von Teilen und Komponenten deutlich11.
Das Ziel der chinesischen Regierungspolitik, die Attraktivität für ausländische Investitionen zu steigern und damit einen Technologietransfer vorzunehmen, entwerten die Autoren durch die Beschreibung des amerikanischen Politologen Edward Steinfeld:

What has moved to China en masse … are the manufacturing-intensive segments of particular value chains12.

Stattdessen würde autonomes Potential erodiert13. Die Auswirkungen des wachsenden Anteils von Exporten an der Gesamtproduktion der ostasiatischen Länder bei einer Einschränkung auf Teile und Komponenten bewerten die Autoren folgendermaßen:

China now sits at the end point of a transnational production process that is anything but helpful to East Asia’s prospects for self-sustaining economic devolpment14.

Die Ausrichtung des chinesischen Exports insbesondere auf die USA bewerten die Autoren als einen Krisenfaktor: „It is doubtful that the US economy can continue to sustain such large and growing trade deficits“15. China, und damit die gesamte ostasiatische Region seien aber vom US-Markt abhängig16.
Eine weitere Verschärfung sehen Hart-Landsberg und Burkett in der Konkurrenzsituation, die China durch seine Schlüsselposition innerhalb der transnationalen Investitionen und Handelsverbindungen ausübt: „China has become the benchmark for competition“17. Durch die Konkurrenz um niedrige Löhne würde die Export-Orientierung weiter verstärken18.
Die Situation der Arbeiter in China beschreiben die Autoren, trotz einer wachsenden Schicht höherer Einkommen als verschlechtert19. Die Privatisierung die Hälfte aller Staatsbetriebe seit 1995 veränderte die Beschäftigungsstruktur nachhaltig und führte zu einer massiven Anstieg der städtischen Arbeitslosigkeit20. Die Exportaktivitäten konzentrierten sich in Küstengebieten21. Gegenüber den regionalen Verwaltungen der chinesischen Regionen fördere die Zentralregierung eigenständige wirtschaftliche Initiativen, was die regionalen Verwaltungen in eine Konkurrenzsituation untereinander führe. Damit verschlechtern sich auch die Situation der Arbeiter, was sich vermehrt in Streiks artikuliere22.
Auch den von den Autoren beschriebenen Umstrukturierungen in Südkorea, die Liberalisierung und Deregulierung der südkoreanischen Ökonomie, folgte eine Negativentwicklung für die südkoreanischen Arbeiter23:

Many corporations have taken advantage of new labour laws to fire their permanent workers and rehire them as temporary […] workers24.

Das Ergebnis ist ein Anstieg von irregulärer Arbeit25. Für die südkoreanische Wirtschaft stellt China die Nummer Eins des Exportmarktes und der Handelsbeziehungen, dar. Auch fließen die meisten Auslandsdirektinvestitionen nach China26. Dazu gibt es eine steigende Tendenz zur Auswanderung nach China:

Over 4,000 South-Korean factories have moved their production out of South Korea since 199827, about 70.7 percent of those production facilities have moved to China28.

Der These, dass die Orientierung des Exports auf China Südkoreas Wirtschaft vor möglichen Instabilitäten des US-Marktes bewahrt, widersprechen Hart-Landsberg und Burkett:

China largely functions as a production platform for exports to the United States. In line with this orientation, most South-Korean exports to China are intermediate goods used in the production of other goods29.

Für US-Amerikanische Arbeiter zeichnen die Autoren ebenfalls ein negatives Bild: Sie stützen sich auf die These des Ökonomen Josh Bivens, der gegenüber der gestiegenen Produktivität den Anteil der Importe an dem Abbau von Jobs höher bewertet:

The loss of manufacturing jobs is not due to a lack of demand for manufactures, but, rather, to a decline in their domestic production30.

China gilt in den USA als bevorzugte Offshore-Option31. Wie die Autoren argumentieren, spielt China dadurch auch eine Rolle bei der Erhöhung des US-Außenhandelsdefizits: US-Tochtergesellschaften, die sich in China engagieren, importieren weniger von ihren Muttergesellschaften als diese von ihnen32.
Zusammenfassend heben Hart-Landsberg und Burkett noch einmal das Krisenpotential hervor, das in der Abhängigkeit des Ostasiatischen Wachstums vom US-Außenhandelsdefizit liegt:

Our point is that these imbalances will have to be corrected, and insofar as the logic of capitalist competition goes unchallenged, governments can be expected to manage the resulting economic instabilities with policies that will only further worsen living and working conditions33.

(pg)

    Weiterführende Links:

  1. S. S. 4 [zurück]
  2. Vgl. S. 3 [zurück]
  3. Vgl. S. 4 [zurück]
  4. Vgl. S. 4 [zurück]
  5. Vgl. S. 7 [zurück]
  6. Vgl. S. 8 [zurück]
  7. Vgl. S. 11 [zurück]
  8. Vgl. S. 12 [zurück]
  9. Vgl. S. 13 [zurück]
  10. S. S. 40 [zurück]
  11. Vgl. S. 13 [zurück]
  12. Steinfeld, Edward S. 2004, „China’s Shallow Integration: Networked Production and the New Challenges for Late Industrialization“, World Development, 32, zit. nach S. 19 [zurück]
  13. Vgl. S. 22 [zurück]
  14. S. S. 17 [zurück]
  15. S. S. 18 [zurück]
  16. Vgl.18 [zurück]
  17. S. S. 22 [zurück]
  18. Vgl. 22 [zurück]
  19. Vgl. 22 [zurück]
  20. Vgl. 22f [zurück]
  21. Vgl. 23 [zurück]
  22. Vgl. 23 [zurück]
  23. Vgl. 28 [zurück]
  24. S. S. 32 [zurück]
  25. Vgl. 32 [zurück]
  26. Vgl. 28 [zurück]
  27. (S. S. 30) [zurück]
  28. Kim Mi-hui 2003, „Factories Relocated Abroad to Cut Costs“, Korea Herald, 25.October, available at www.koreaherald.co.kr, zit. nach S. 30 [zurück]
  29. S. S. 31 [zurück]
  30. S. S. 34 [zurück]
  31. Vgl. S. 38 [zurück]
  32. Vgl. S. 35 [zurück]
  33. S. S. 40 [zurück]
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http://annaeherungen.blogsport.de/2007/07/12/excerpt-china-and-the-dynamics-of-transnational-accumulation/feed/
Zur Aktualität der marxistischen Debatte in China http://annaeherungen.blogsport.de/2007/06/15/zur-aktualitaet-der-marxistischen-debatte-in-der-vr-china/ http://annaeherungen.blogsport.de/2007/06/15/zur-aktualitaet-der-marxistischen-debatte-in-der-vr-china/#comments Thu, 14 Jun 2007 23:21:22 +0000 Administrator Politik Dokumentation Theorie http://annaeherungen.blogsport.de/2007/06/15/zur-aktualitaet-der-marxistischen-debatte-in-der-vr-china/
Derzeit widmen sich in der VR China nicht nur viele neue Studienprogramme der marxistischen Theoriebildung, es werden auch gezielt neue Institute mit diesem Forschungsschwerpunkt aufgebaut. Dies sind deutliche Anzeichen dafür, dass wir es mit einer Wiederbelebung des Marxismus in Chinas akademischen Kreisen zu tun haben.

Laut einem Artikel auf People’s Daily Online haben dutzende von Universitäten, Akademien und so genannte „Think Tanks“ der Zentralregierung weitere Abteilungen für Marxismus eingerichtet, die derzeit an verschiedenen Forschungsvorhaben arbeiten. Darunter finden sich Analysen zum Zerfall der UdSSR und Forschungsprojekte zu den aktuellen Problemen, vor denen die VR China in ihrer wirtschaftlichen, wie sozialen Entwicklung derzeit steht.

Other than basic philosophical research, the application of Marxism in China is the focus of our study

Sagt Wu Enyuan, Stellvertretender Direktor des am 2005 eingerichteten Institut für Marxismus, an der renommierten Chinese Academy of Social Sciences (CASS).Er gibt weiterhin über laufende Forschungen und Forschungsvorhaben an, dass sein Institut in den vergangenen Jahren die wirtschaftlich erfolgreichen Küstenprovinzen im Süden der Volksrepublik untersucht hat um die Entwicklung der Sozialistischen Marktwirtschaft, soziale Umbrüche und die wohlfahrtsstaatliche Versorgung von Angestellten im privatwirtschaftlichen Sektor zu untersuchen. Weiterhin wurde eine repräsentative Umfrage an Universitäten durchgeführt, deren Ziel es war, den Einfluss des Marxismus unter Studierenden möglichst genau abzubilden.

Marxist scholars must come out the ivory tower and get close to the realities so as to find a better way for the development of Marxism in China

Die ersten Kontakte chinesischer Theoretiker und politischer Aktivisten mit dem Marxismus zu Beginn des 2o. Jahrhunderts gaben Anstoß zur Gründung der Kommunistischen Partei Chinas und bildeten damit den Grundstein zur Errichtung der Volksrepublik China im Jahre 1949. Die Entwicklung verlief allerdings nicht ohne Zwischenfälle und konkrete historische Hindernisse, die es zu überwinden galt. Der „Große Sprung nach Vorne“ von 1958 bis 1959 sowie die „Große Proletarische Kulturrevolution“ zeigten ein klares Missverständnis bis hin zu Abweichungen von den grundlegenden Theorien marxistischen Denkens auf.

Beobachter gehen davon aus, dass die Wiederbelebung marxistischer Studien die Bemühungen der Regierung wiederspiegelt, materialistische Theoriebildung in der Volksrepublik zu fördern. Seit zwei Jahren wird dieser Trend deutlich: Akademiker sollen die Forschung auf dem Gebiet der praktischen Anwendung marxistischer Theorie in China forcieren, um grundlegende Ansätze für die weitere Entwicklung des Landes zu erarbeiten.

Ein Beispiel für diese Orientierung ist das 2004 von der KPCh ins Leben gerufene Projekt zur Weiterentwicklung und Erforschung marxistischer Theorie, das bisher einige neue Arbeiten zum Thema hervorgebracht hat. Li Changchun, Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros des Zentralkomitees der KPCh, beschrieb das Projekt als eines der wichtigsten Schritte auf dem Gebiet der theoretischen Weiterentwicklung und betonte dessen Bedeutung für die Entwicklung der VR China zu einem fortschrittlich-orientierten Land.

People expect the project to provide theoretical guidance to the building of a moderately prosperous society in an all-round way

Die Bestrebung, fundierte theoretische Leitlinien für ein Land zu suchen, das derzeit von beispiellos schnellen sozialen wie ökonomischen Veränderungen geprägt ist, übt auf eine zunehmende Anzahl an chinesischen Akademikern eine ungeheure Anziehungskraft aus.

Wu, gibt an, dass sein Institut derzeit 130 Forscherinnen und Forscher beschäftigt, wovon allein die Hälfte letztes Jahr angestellt wurde. Er betonte, dass alle neuen Fakultätsmitglieder relativ jung, nämlich in ihren 30gern sind. Die Spezialgebiete der jungen Wissenschaftler reichen dabei von Politik, über Philosophie und Ökonomie bis hin zu Analysen zu Sicherheitsfragen. Für die geplanten vier weiteren Stellen in der Forschungsabteilung, die in diesem Jahr eingerichtet werden sollen, haben sich bisher über 100 Bewerber gemeldet.

Vollstäniger Artikel auf: People’s Daily Online

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‚Maos reiche Erben‘ – Zur Situation der Finanzmärkte in China http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/29/maos-reiche-erben-zur-situation-der-finanzmaerkte-in-china/ http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/29/maos-reiche-erben-zur-situation-der-finanzmaerkte-in-china/#comments Tue, 29 May 2007 12:44:36 +0000 Administrator Ökonomie http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/29/maos-reiche-erben-zur-situation-der-finanzmaerkte-in-china/ Die wirtschaftliche Entwicklung der VR China geht weiter voran. Im ersten Quartal 2007 legte das reale Bruttoinlandsprodukt um 11,1% gegenüber dem Vorjahr zu. Die Umsätze im Einzelhandel stiegen und trotz des hohen Wachstumstempos bleibt die Inflation derzeit moderat. Der Preisauftrieb schwächte sich im April gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent ab. Eine weitere nachhaltige und vor allem stabile Entwicklung wäre die beste Voraussetzung für eine Entwicklung des Kapitalmarktes im Rahmen des 11. Fünfjahresplans.

Sorgen machen jedoch die Entwicklungen an den Immobilien wie Finanzmärkten. Hier gibt es Anzeichen auf eine Spekulationsblase. An der Börse von Shanghai stiegen die Aktienkurse seit Anfang 2006 um mehr als 200%. Zuletzt hatte der Index ein Rekordhoch von 4200 Punkten erreicht. Manche Experten gehen bei einem derartigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von einer Überbewertung aus. Besonders im Vergleich zu den übrigen Schwellenländer sticht der Aktienmarkt der VR China hervor, denn das KGV liegt hier ca. drei mal so hoch, bei einem Wert von 50. Mit ein Grund dafür ist der Sprichwörtliche „Run“ auf Aktien in der Volksrepublik. 1,5 Millionen neue Depots gibt es inzwischen, jede Woche. Täglich sind es rund 300 000 neue Depots. Chinesische Privatanleger dürfen diese nur bei den Festlandsbörsen von Shanghai und Shenzhen ordern. Eine erste Rekordmarke war bereits am 27. Februar diesen Jahre erreicht worden, die nicht nur weltweit für Aufsehen bei den Analysten sorgte, sondern auch innerhalb der Volksrepublik eine Debatte anregte. Vermutungen es handele sich um eine ernsthaft bedrohliche Blase wurde die Analyse entgegengesetzt dies sei nur ein interner Rückkopplungseffekt des Aktienmarktes. Zhou Zhengquing (stellvertretender Chef des Finanz- und Wirtschaftskomitees des NVK, Mitglied im ständigen Ausschuss des NVK) wies darauf hin, dass Investoren sich einer dialektischen Analyse verschiedener Meinungen bedienen sollten, und warnte vor voreiligen Schlüssen und blindem Vertrauen in Ansagen, seien sie aus der VR China selbst oder aus dem Ausland.

Mao Tse-Tung dürfte in seinem Grabe rotieren: In der Volksrepublik China gibt es inzwischen mehr Aktionäre als Mitglieder in der Kommunistischen Partei1

Diese Annahme ist zwar reißerisch, aber auch ebenso falsch. Die KP Chinas verfügte 2002 über 66,35 Mio. Mitgliedern. Zwar liegt ein Grund für das rasante Anwachsen und auch eine potentielle Instabilität der chinesischen Finanzmärkte in der große Zahl der privaten Einzelanleger, in den offiziellen Statistiken wird jedoch jedes einzelne Depot als ein privater Anleger ausgewiesen. Mit eingerechnet werden auf diese Weise diejenigen, die sowohl in Shanghai als auch Shenzhen Depots eröffnen um an beiden Märkten zu handeln, und solche die in betrügerischer Absicht mit gefälschten Papieren und einer Unmenge an Aktienkonnten spekulieren. So ist die tatsächliche Zahl der an dem „Run“ auf den Aktienmarkt beteiligten Chinesen bedeutend niedriger. Anfang Mai betrug die Anzahl der Portfolios nach den offiziellen Statistiken zwar 95 Mio. Experten gehen jedoch von „nur“ 30 Mio. aus. Eine nach wie vor beachtliche Zahl, auch eingedenk der Tatsache das rund 800 Mio. der 1,3 Mrd. Chinesen in ländlichen Regionen einen schlechten bis begrenzten Zugang zu den Märkten haben. Mit der Anzahl der Mitglieder der KPCh ist sie dennoch nicht zu vergleichen.

Bedenkt man, dass der chinesische Kapitalmarkt seit Juni 2001 stagnierte ist die derzeitige Entwicklung durchaus positiv zu bewerten, zumal die seit 2006 zu erkennenden Veränderungen als ein Erfolg der Bemühungen seitens des Zentralrats der KPCh und des Staatsrates zu sehen sind, die Reformen zu intensivieren und weiter voran zu treiben. Vor allem die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen trugen laut Zhou zum Aufbruch an den chinesischen Börsen bei. Hinzu kommt neben regulären Faktoren, wie die Qualität und Effizienzsteigerung bei den gelisteten Firmen die verbesserten Regulationsmechanismen und die forcierte Steuerung des Kapitalmarktes. Nach wie vor stellen jedoch Betrug, Insiderhandel und andere Finanzmarktverbrechen die forcierte Entwicklung der chinesischen Finanzmärkte vor große Probleme. Gerade die Tatsache, dass die Entwicklung in der VR China in den sprichwörtlichen „Kinderschuhen“ steckt, macht sie im Vergleich zu etablierte Märkten anfällig. Dies betrifft sowohl Investoren -allen voran die Einzelanleger- als auch das Regulationssystem. Eine Aufklärung über die Risiken und Möglichkeiten des Börsenwesens wären ein wichtiger Schritt.

Doch nach wie vor fließt Kapital in die Märkte und sorgt weiterhin für einen rasanten Aufstieg der Indizes der beiden Festlandsbörsen. Trotzt besorgter Äußerungen von Ministerpräsident Wen Jiabao und dem Präsident der als Zentralbank fungierenden People’s Bank of China Zhou Xiaochuan finden Warnungen über die Risiken der Spekulationsblase gerade bei den Neuaktionären wenig Verständnis. Derzeit sind die Meinungen geteilt. Zwar gehen derzeit viele Experten von einem Platzen der Blase aus, die Frage scheint dabei nur zu sein: wann? Während die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD, deren asiatische Mitgliedsstaaten Japan, Neuseeland und Südkorea sind) vor einer „merkliche Korrektur“ warnt, deren Auswirkung auf die Börsenmärkte fatal sein könnte überzeugt die hohe makro- und mikroökonomische Steuerungsfähigkeit der VR China nach wie vor ausländische Investoren und Anleger. Eine effektive Regulation durch den Gebrauch ökonomischer Mechanismen und marktorientierter Veränderungen scheint eine Antwort auf die derzeitigen Risiken zu sein:
Durch die vierte Leitzinserhöhung der People’s Bank of China seit 2006 und die Erhöhung der Reserveverpflichtung für Banken auf inzwischen 11,5 Punkten ist eine Besserung zu erwarten.

By doing so, the People’s Bank of China attempts to impose curbs on excessive investment and the speculative bubble on the stock market, but it is too early to say whether the move will be effective1

So schätzt Yin Jianfeng, Finanzexperte der Chinese Acadamy of Social Sciences die Lage ein. Überschüssige Liquidität würde auf diese Weise abgeschöpft die ansonsten in Aktienmarkt, Immobilien und übermäßige Anlageinvestitionen fließen. Direkte administrative Eingriffe jedoch, die das Wirtschaftswachstum verlangsamen und die Entwicklung der Finanzmärkte der VR China beeinträchtigen könnten sind derzeit nicht angeraten.

(cmb)

    Zur Vertiefung:

    • China has no serious stock market bubble. In: People’s Daily Online 23.03.2007
    • China shares continues winning streak. Via: gov.cn 22.05.2007 [zurück]
    • China im Aktienrausch: Via: China Economic Net 17.05.2007
    • Falsche Strategie. In: Wirtschaftswoche Nr. 21 21.05.2007 S. 52
    • Greenspans Warnung lässt Chinesen kalt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 120 25.05.2007 S.23
    • Maos reiche Erben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 120 25.05.2007 S.20 [zurück]
    • Neuer Markt. Chinabörsen. In: Wirtschaftswoche Nr. 22 26.05.2007 S. 140
    • OECD sorgt sich um Chinas Börsen. In: junge Welt 25.05.2007 S. 9
    • USA drängt auf Aufwertung. In: Financial Times Deutschland 18.05.2007
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http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/29/maos-reiche-erben-zur-situation-der-finanzmaerkte-in-china/feed/
USA setzen VR China unter Druck http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/27/usa-setzen-vr-china-unter-druck/ http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/27/usa-setzen-vr-china-unter-druck/#comments Sun, 27 May 2007 12:00:38 +0000 Administrator Ökonomie Politik http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/27/usa-setzen-vr-china-unter-druck/

In Washington brauen sich dunkle Wolken für den Freihandel zusammen1

Zwischen dem 22. und dem 23. Mai trafen sich hochrangige Vertreter der US-amerikanischen wie der chinesischen Regierung zu einem Strategischen Wirtschaftsdialog in Washington. An dem Treffen nahmen unter anderem die chinesische Vizepremierministerin Wu Yi und der US-Finanzminister Henry Paulson als Sonderbeauftragte der Staatsoberhäupter beider Länder teil. Paulson beschrieb die Ergebnisse für die USA als „marginal“. Herausgekommen waren vor allem zusätzliche Flugverbindungen und Zugeständnisse im Bezug auf die Handlungsfähigkeit ausländischer Banken auf dem chinesischen Markt. Es gab keinen Austausch in der Frage des Währungsstreits. Dies ist besonders brisant, da US-Beamte im Vorfeld des Dialogs „greifbare Fortschritte“ gefordert hatten.
Obwohl die chinesische Regierung bereits wenige Tage vor den Gesprächen die Handelsspanne gegenüber dem US-Dollar von 03 auf 0,5 Prozent angehoben hatte, wird davon ausgegangen, dass die USA weiterhin einen erhöhten Druck auf die VR China ausüben, um diese zu zwingen die Steuerungspolitik am Devisenmarkt einzustellen und den Wechselkurs der Renminbi (RMB) dem „freien Spiel der Marktkräfte“ auszusetzen. Eine Meinung, die auch der deutsche Bundesfinanzminister Peer Steinbrück als Position der führenden Industrienationen gekennzeichnet hatte. Im Bezug auf die RMB sprach er davon, dass die Anpassung von Wechselkursen „marktbasiert passieren sollte“.

Grund für die aggressive US-Politik sind nicht etwa primär ideologische Gründe sondern die Annahme, dass die vorgeworfene Unterbewertung der RMB für das bilaterale Handelsdefizit von derzeit 232 Milliarde US-Dollar verantwortlich sei. Für die chinesische Wirtschaft würde eine fremd bestimmte Aufwertung in erster Linie eine Verteuerung der Exporte bedeuten und die staatlichen Devisenreserven abwerten. Berechtigterweise wehrt sich die VR China auch mit dem Hinweis eine stärkere Aufwertung, des seit der Reform des Wechselkursmechanismus Juli 2005 nicht mehr als Festkurs geführte RMB, würde dem Wachstum schaden.
Doch bereits im Vorfeld des Dialogs hat die Bush-Administration erste Sanktionen gegen Importe aus der VR China verhängt und die Haltung im Bezug auf Urheberrechte und freien Marktzugang bei der Welthandelsorganisation WTO angeprangert. Dies, wie Vize-Premierministerin Wu Yi betonte, ohne die Kanäle der bilateralen Kommunikation zwischen beiden Staaten zu nutzen, was die aggressive Haltung der USA weiter hervorhebt. In wie weit sich die Regierung in Peking weiter widersetzen kann bleibt jedoch fraglich.
Im Falle einer Wahrung der Position seitens der VR China könnten protektionistische Kräfte Auftrieb gewinnen, die sich für Handelssanktionen aussprechen.

Ökonomisch sind die meisten Klagen der Amerikaner ebenso unsinnig wie kontraproduktiv2

Ein derzeit in Washington diskutierte Gesetzesinitiative sieht Importzölle als Strategie gegen die chinesische Währungspolitik vor. Diese Strafzölle, die nur ein Teil der mehreren dutzend Anti-China-Gesetze sind, über die derzeit in Washington beraten wird, würden die Exportchancen chinesischer Unternehmen beeinträchtigt aber auch die Kaufkraft der US-Bürger schmälern. Die nämlich profitieren vom Import preisgünstiger Produkte aus der Volksrepublik. Der Internationale Währungsfonds hatte weiterhin berechnet, dass dies die Inflationsrate in den USA seit 1997 um jährlich rund einen Prozentpunkt verringert. Die Rolle, die Anlagegelder des chinesischen Staates bei der Finanzierung des chronisch defizitären US-Haushalts spielen kann daher als nicht unwichtig betrachtet werden. So würde die geforderte Aufwertung der RMB das angesprochene Handelsdefizit kaum verringern sondern lediglich eine Verschiebung der Handelsströme bedeuten. Einen Ersatz für die importierten Waren aus der VR China gibt es in den USA indes nicht. Die industrielle Basis dafür wurden längst aufgegeben.
Die antichinesische Stimmung, nicht nur in Regierung und Kongress, sondern auch in weiten Teilen der Bevölkerung hat vielmehr psychologische Gründe. Parallel zum Traumata des „Ausverkaufs an Japan“ in den 1980er Jahren steht nun die Furcht vor der Volksrepublik als kommende Supermacht und ebenso die Angst vor dem „Ausverkauf der heimischen Industrie“. Kongressabgeordnete hatten im Fahrwasser dieser Stimmung bspw. die Übernahme des US-Energieproduzenten Unocal durch das chinesische Staatsunternehmen CNOOC verhindert.
So wird die VR China als vermeintlicher „Globalisierungsgewinner“ zum nationalen Sündenbock erhoben, auch weil sie in den Augen der USA als dem „freien Welthandel“ reserviert gegenüberstehende Handelsnation genügend Angriffsfläche bietet. Ob von antichinesischen Ressentiments geleitete Wirtschaftspolitik bis hin zu Protektionismus allerdings eine Antwort auf die wirtschaftlichen Probleme der USA und anderer westlicher Staaten sein kann ist ernsthaft zu bezweifeln.

(cmb)

    Zur Vertiefung:

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http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/27/usa-setzen-vr-china-unter-druck/feed/
Bankwesen der VR China http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/25/bankwesen-der-vr-china/ http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/25/bankwesen-der-vr-china/#comments Fri, 25 May 2007 12:22:48 +0000 Administrator Ökonomie http://annaeherungen.blogsport.de/2007/05/25/bankwesen-der-vr-china/ Das Ostasiatische Institut am Fachbereich Sinologie der Universität Leipzig bietet eine übersichtliche Aufstellung der 18 verschiedenen Banken in der VR China an. Neben kurzen Beschreibungen mit historischen Hintergrundinformationen finden sich dort auch die entsprechenden Links zu den offiziellen Seiten und die korrekten chinesischen Bezeichnungen.

Link: Banken / Bankwesen

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VR China und SVR Hongkong http://annaeherungen.blogsport.de/2007/02/20/vr-china-und-svr-hongkong/ http://annaeherungen.blogsport.de/2007/02/20/vr-china-und-svr-hongkong/#comments Tue, 20 Feb 2007 11:55:19 +0000 Administrator Allgemein http://annaeherungen.blogsport.de/2007/02/20/vr-china-und-svr-hongkong/
Zur Symbolik der VR China: gov.cn / wikipedia.org
Zur Symbolik der SVR Hongkong: gov.hk / wikipedia.org

Quelle des Bildes: worth1000.com

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Großer Widerspruch China – DAS ARGUMENT 268 erschienen http://annaeherungen.blogsport.de/2007/02/08/groaer-widerspruch-china-das-argument-268-erschienen/ http://annaeherungen.blogsport.de/2007/02/08/groaer-widerspruch-china-das-argument-268-erschienen/#comments Thu, 08 Feb 2007 16:04:04 +0000 Administrator Politik Kultur Rezensionen Gesellschaft Theorie http://annaeherungen.blogsport.de/2007/02/08/groaer-widerspruch-china-das-argument-268-erschienen/
„Diejenigen, für die der Kapitalismus etwas Natürliches ist, sehen allenfalls Widersprüche in China. Anders wer marxistisch denkt. […]“2

Endlich befindet sich das 284 Seiten starke ARGUMENT-Schwerpunktheft zur VR China im Handel bzw. ist beim Verlag direkt erhältlich. Obwohl ich nun schon länger auf das Erscheinen gewartet habe und den Entstehungsprozess mitverfolgen konnte, finde ich leider keine Zeit für eine ausführliche Rezension. Ich kann den Band aufgrund des breiten Themenspektrums jedoch jedem empfehlen, der sich mit dem Thema auseinandersetzt. Daher nun eine Auflistung der Inhalte mit Bezug auf die VR China:

Editorial
• Wolfgang Fritz Haug: Großer Widerspruch nach vorn?

Politische Ökonomie, Sozialstruktur und Recht

• Oskar Negt: Das größte Gesellschaftsexperiment der Gegenwart
• Stefan Schmalz: Ein Entwicklungsland als werdende Weltmacht
• Hyekyung Cho: Die USA, ein unbequemer Patron für China
• Gian Carlo Delgado: China in der High-Tech-Konkurrenz
• Boy Lüthje: Modernisierung und industrielle Beziehungen
• Rolf Geffken: Transformation und Recht
• Helmut Peters: Anmerkungen zu Geffken

Arbeits- und Umweltkämpfe
• Anita Chan: Arbeitsbeziehungen und organisierter Kapitalismus
• Robin Munro, Michael Zhang & Jerry Harris: Arbeitskämpfe
• Minqi Li: Chinas Aufstieg und das Zeitalter des Übergangs
• Dale Jiajun: Wen Ökologische Krise und Umweltbewegungen

Geschlechterverhältnisse
• Tae-Hee Hong: Ahnenkult und Geschlechterverhältnisse
• Bettina Gransow: Umsiedlerinnen – Verarmung durch unfreiwillige Migration
• Wei Xiaoping: Für die Erhaltung der Geschlechtergleichstellung
• Christa Wichterich: Wiedererfindung von Ungleichheiten
• Nicola Spakowski: Chinesischer Feminismus

Ideologie und Politik
• Thomas Heberer & Anja Senz: Chinas neuer Nationalismus
• Thomas Hock: Konfuzianismus als Legitimationsideologie?
• Chenshan Tian: Dialektikauffassung zwischen Marxismus und Tradition
• David Salomon: West-östlicher Marxismus. Entgegnung auf Tian
• Ulrike Eifler & Wei Yiming: »Dushu«, Zeitschrift der Neuen Linken

Kultur, Kunst und Lebensweise
• Cao Weidong & Liu Hongxia: Die Wirkungsgeschichte Brechts in China
• Eva Müller: Zum Wandel der Literatur
• Florian Flörsheimer: Rockmusik und Lebensweise
• Zhang Xianmin: Parallelwelten des chinesischen Films
• Wolfgang Haible: Impressionen aus Peking

[…]

Besprechungen

Philosophie
• Knight, Nick, Marxist Philosophy in China: From Qu Qiubai to Mao Zedong, 1923-1945 (Thomas Hock)
• Tian, Chenshan, Chinese Dialectics – Form Yijing to Marxism (David Salomon)

Sprache und Literatur
• Kralle, Jianfei, u. dennis Schilling (Hg.), Schreiben über Frauen in China (Lena Corell)

Kunst und Kultur
Berry, Chris, Postsocialist Cinema in Post-Mao China. The Cultural Revolution after the Cultural Revolution (Daniel Fastner)

Kunst und Kultur
• Bergmann, Theodor, Rotes China im 21. Jahrhunder (Christoph Görg)
• Chang, Maria Hsia, Falun Gong: The End of Days (Thomas Hock)
• Möller, Kay, Die Außenpolitik der Volksrepublik China 1949 bis 2004 (Alexander M. Thanner)

Weiterführende Links:
DAS ARGUMENT bei linksnet.de
Argument-Verlag

  1. Haug, Wolfgang-Fritz: Großer Widerspruch nach vorn? Editorial. In: Großer Widerspruch China S. 1 [zurück]
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Das ‚Manifest‘ in China http://annaeherungen.blogsport.de/2006/12/16/das-manifest-in-china/ http://annaeherungen.blogsport.de/2006/12/16/das-manifest-in-china/#comments Sat, 16 Dec 2006 01:48:12 +0000 Administrator Dokumentation Geschichte Theorie http://annaeherungen.blogsport.de/2006/12/16/das-manifest-in-china/ Am 30. November erschien in der Tageszeitung junge Welt ein Artikel über Marx‘ Werk ‚Das Manifest der Kommunistischen Partei‘ im Rahmen der chinesischen Revolution1. Ursprung, Einflüsse und die verschiedenen Stadien die der Text durchlief bevor es zu einer massenhaften Verbreitung kam werden nachgezeichnet. Im Folgenden halte ich die Abschnitte chronologisch fest.

  • 1896: Dr. Sun Yat Sen besucht Großbritannien und liest im Britischen Museum das ‚Manifest‘. Er fordert chinesische Auslandsstudenten auf, das ‚Manifest‘ zu lesen
  • 1899: In Shanghai erscheint ein Artikel, in dem sich der Autor mit dem ‚Manifest‘ auseinandersetzt
  • 1905: In einer Publikation der Tong Meng Hui erscheint ein Artikel über „deutsche Sozialrevolutionäre“. Entstehung, Hauptinhalt und historische Bedeutung des ‚Manifests‘ werden kurz dargestellt. Unter dem Titel „Manifest des Kommunismus“ übersetzt der Autor einige Abschnitte aus dem Japanischen und Englischen ins Chinesische
  • 1908: Nachdem der chinesische Gelehrte Liu Shipei als erster ein chinesisches Vorwort verfasst, erscheinen in Folge häufig Artikel mit Bezug auf das ‚Manifest‘
  • 1917: Inspiriert durch die Oktoberrevolution in Russland erscheinen in China zahlreiche Artikel rund um das ‚Manifest‘. Der Einfluss des Marxismus unter den progressiven Kräften wächst
  • März 1920: Der spätere Mitbegründer der KPCh, Prof. Li Dazhao gründet im März die „Gesellschaft zur Erforschung der Lehre von Marx an der Peking-Universität“. Kollektiv wird die erste vollständige Übersetzung ins Chinesische angefertigt
  • August 1920: Unterstütz durch die Kommunistische Internationale, wird die erste Übersetzung von Chen Wangdao herausgegeben, die sich auch die englische und japanische Übersetzung stützt. In den nächsten 20 Jahren findet sie weite Verbreitung
  • 1920: Mao Tse-Tung liest neben Schriften von u.a Kautsky zum ersten Mal das ‚Manifest‘ in der Übersetzung von Cheng Wangdao
  • 1920: Der in Frankreich lebende Cha Hesen übersetzt neben weiteren marxistischen Schriften auch das ‚Manifest‘, welches unter jungen Chinesen in Frankreich große Verbreitung findet. Deng Xiaoping der zur selben Zeit in Frankreich studiert sagt später, das ‚Manifest‘ sei sein „Eintrittslehrer“ zum Marxismus gewesen
  • bis 1949: Aufgrund steigender Nachfrage entstehen fünf weitere chinesische Übersetzungen. Qualität und Auflagenhöhe nehmen zu
  • 1949: Nach der Gründung der Volksrepublik druckt die sowjetische Auslandsverlagsgesellschaft eine Jubiläumsausgabe mit allen von Marx und Engels verfassten Vorworten
  • 1958: Das zentrale Übersetzungsbüro des ZK der KPCh redigiert und korrigiert das ‚Manifest‘ anhand der Originalsaugabe. Es wird in den vierten Band der Marx-Engels-Gesamtausgabe aufgenommen
  • 1964: Auf Basis des deutschen Originaltextes und unter Zuhilfenahme u.a. der englischen, französischen und russischen Version erfolgt eine erneute Überprüfung. Die daraufhin erscheinende Einzelausgabe findet große Verbreitung
  • 1972: Die Neuausgabe des vierten Bandes der ‚Ausgewählten Werke von Marx und Engels‘ erscheint. Er enthält das ‚Manifest‘ mit allen Vorworten
  • 1995: Die zweite Ausgabe der ‚Ausgewählten Werke‘ erscheint. Die Übersetzungen wurden dafür erneut überprüft und unterliegen teilweise weitreichenden Verbesserungen
  • 1997: In der Reihe ‚Werke des Marxismus-Leninismus‘ druckt der Chinesische Volksverlag erneut eine Einzelausgabe. Es handelt sich hierbei um die jüngste Ausgabe des ‚Manifests‘ in China
  • Vollständiger Artikel in: junge Welt vom 30.11.2006

    1. Der Artikel stammt von Wei Yunchan, Professor an der Parteihochschule des ZK der KPCh in Peking. Es handelt sich dabei um einen von Rolf Bertholt übersetzten Artikel aus dem offiziellen Organ Renmin Ribao, in der er am 29.06.2006 erschien. [zurück]
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